Montag 4.August
Heute ist unser erster offizieller Tag im Sprachcamp von Taiwan.
Geleitet wird das Camp von Chen Hsiuo, der Leiterin vom ICYE-Taiwan und einem Haufen Studenten: Wei Che, Hong Wen, Jen Wie, Ping Yi, Yu Ting, Xi Zhiang, Fu Shi und Yi Yi. Alle sind 20-25 Jahre alt, also ungefähr in unserem Alter, weshalb das ganze auch eine recht lustige Sache ist.
Untergebracht sind wir Zivis in einer Grundschule die gleichzeitig auch Internat ist. Wir männlichen Zivis(Max, Thorben, Nico, Felix, Mathias, Alejandro(Honduras) und ich) zusammen mit Wie Che in einem 8 Bett Zimmer. Leider ist die Klimaanlage schon ziemlich alt und pustet zusätzlich zur kühlen Luft noch eine Unmenge von Bakterien ins Zimmer, so dass man jeden Morgen mit Schnupfen
aufwacht. Die weiblichen Freiwilligen(Caro(Deutschland), Andrea(Bolivien) und Leen(Belgien)) schlafen zusammen mit Jen Wie und Fu Shi in einem 6 Zimmer nebenan, was unfairerweise eine exzellente Klimaanlage. 8[ Unterrichtet wird in den Räumen eines Stadions das ca. 3 min entfernt ist.
Um 8:30 gilt es Aufstehen, Duschen und Frühstücken und dann ab zum Unterricht, denn er fängt schon um 9:15 an! Wahaa, unglaublich anstrengend, wenn man die letzten Wochen immer bis Mittag geschlafen hat. Danach gibt es auch schon die erste Stunde chinesisch Unterricht. Unsere Lehrerin, Wang Lin ist 25 und sieht recht gut aus ; ). Der Unterricht ist für mich nicht gerade eine Herausforderung, da ich ja schon 3 Jahre Chinesisch hatte. Aber Wang Lin hat den Unterricht schön spritzig und witzig gestaltet und an seiner Aussprache könnte man als Deutscher auch nach 10 Jahren noch feilen.
Um 12:30 wird dann Mittag gegessen. Hier werden uns allerlei verschiedene Sachen aufgetischt, damit wir nach dem Camp so ungefähr wissen was wir mögen und alles schon mal getestet haben. Am Nachmittag folgten dann nochmals eine Einheit Chinesisch und eine kleine Einweihungsparty.
Dienstag 5.August
Der Dienstagvormittag verlief dann genauso wie der am Montag. Erst eine Lektion Chinesisch und dann die Wiederholung in spielerischer Form, zum Beispiel mit Kartenspielen, um die Nummern zu lernen, oder Pantomime zum Lernen der Körperteile. Am Abend gab es dann Zeit zum ausspannen, um das gelernte zu verarbeiten und für eine Runde Poker mit unseren ICYE Bills. Dies ist das Geld, was wir während des Unterrichts und im Laufe des Tages verdienen können. Am Ende wird es dann ein paar Events geben um dieses Geld auszugeben.
Mittwoch 6.August
Am Mittwoch gab es nach dem üblichen Chinesisch Unterricht eine Vorstellung von Alejandros Gastland Honduras einen kleinen Film über eine Tradition in Taiwan, der Ahnenverehrung. Der Film, ein Teil einer Serie im Comic-Stil war natürlich in Chinesisch, aber wir haben es nach langem hin und her geschafft englische Untertitel anzuschalten. Zwar war er ein wenig kindisch, aber lustig und ich hab gemerkt, dass es mir doch sehr schwer fällt auch nur ein Wort Chinesisch zu verstehen wenn sich das Sprachtempo auch nur ein wenig erhöht. Dazu will gesagt sein, dass die chinesischen Studenten diese Art von Film lieben. Sie sagen dazu „Hen KeAi“ = Süss! Besonders die Mädchen sind auf diesem Trip. Wer schon einmal von „Hello Kitty“ gehört hat wird verstehen was ich meine.
Der Nachmittag wurde spannend, denn wir kamen zum ersten Mal unsere Gastfamilien und Projektleiter zu Gesicht. Platziert bin ich im St.Theresa Opportunity Center in Tainan County. Dieses Projekt nimmt Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistigen oder körperlichen Behinderungen auf und unterrichtet sie. Ich werde mir aussuchen können in welcher der drei Abteilungen ich arbeite, nachdem ich mir alle einmal angesehen habe. Meine Projektleiterin heißt mit chinesischem Namen Mei Hua und mit englischem Charity. Sie und das Projekt haben schon Erfahrungen mit ausländischen Freiwilligen gemacht. Seit gut 20 Jahren kommen hierher Freiwillige von überall aus der Welt, und gerade letztes Jahr war schon ein Deutscher hier. Ich denke, dass ich dort sehr gut aufgehoben bin. Anfangen werde ich gegen Ende August.
Meine Gastfamilie Wang besteht aus vier Personen. Mein Gastvater, Chin-Wang arbeitet als Angestellter bei einer Bank und konnte deshalb am Nachmittag nicht kommen, und auch mein jüngerer Gastbruder, 17, war verhindert. Gekommen sind mein älterer Gastbruder und meine Gastmutter. Mein älterer Gastbruder, Ting-Wen, hat nachdem er die Highschool abgeschlossen hat Geographie studiert, muss aber leider jetzt für 11 Monate zur Armee. Er ist zwar 22, war aber noch nie in einem Club! Ein ziemlich krasser Unterschied zu Deutschland wo man schon ab 15 oder noch früher feiern geht. Hier wird das Hauptaugenmerk auf die schulische Ausbildung gelegt und die Kinder müssen nicht selten jeden Nachmittag zur Nachmittagsschule. Auch mein jüngerer Gastbruder muss dieses Jahr ganz schön rackern, denn es ist sein letztes Jahr auf der Highschool.