Chinesisches Neujahr

•Februar 8, 2009 • Kommentar schreiben

Alles nimmt ein Ende, auch die Feiertage in China. Nachdem man mit dem westlichem und dem chinesischem Neujahr zwei Ereignisse fast direkt hintereinander hatte ist nun wieder der normale Arbeitsalltag eingekehrt.

Das chinesische Neujahr richtet sich nach dem Mondkalender und ist der Höhepunkt des Jahres für einen Chinesen. Es wird traditionell mit der Familie zu hause gefeiert und den Kindern wird ein roter Umschlag mit Geld überreicht. Zudem ist die Woche, startend vom 1.1 des neuen chinesischen Jahres, ein Feiertag – Feierwoche eher. Also haben dort alle Leute frei. Bis auf die die trotzdem arbeiten gehen ~ dafür wird dann aber auch das Doppelte gezahlt. Auch mein kleiner Gastbruder hatte frei, allerdings nur drei Tage. Die restlichen musste er zur sog. „Cramschool“, ähnlich wie Nachhilfe, bloß, dass es fast alle taiwanesischen Schüler machen. Dort wird der Stoff der in der Schule vermittelt wird noch einmal nachbereitet.

Wie manche vielleicht schon wissen haben wir nach dem chinesischen Kalender dieses Jahr das Jahr der Kuh oder des Ochsen, wie man will. Insgesamt gibt es 12 Tiere die sich jedes Jahr abwechseln. Ich zum Beispiel bin 1989 geboren und damit eine Schlange. Hört sich doch cooler an als Kuh oder?

Den Neujahrsabend hab ich dann daheim mit meiner Gastfamilie verbracht. War sehr nett, vor allem da ich auch mal wieder meinen älteren Gastbruder gesehen habe, was sonst eher selten ist. Nach dem Essen haben wir noch ein paar Runden Mahjong gespielt, wobei ich immer den kürzeren gezogen habe. Woran das wohl lag? Manchmal kann dieses Spiel lächerlich kompliziert sein. :D Aber Spaß hat es trotzdem gemacht.

ICYE Midterm-Camp 17.1 – 19.1

•Februar 1, 2009 • Kommentar schreiben

Jedes Jahr veranstaltet das ICYE ein Halbzeit Camp mit den Freiwilligen um die derzeitige Situation bei allen Freiwilligen zu besprechen und wie auch in unserem Fall zwei ganz Neue zu begrüßen. Es ging auf eine kleine Insel an der Westküste Taiwans, XiaoLiuQiou. Freitagmorgen sind wir alle zusammen von Kaohsiung aus zur Fähre gefahren. Mit dabei: Die zwei neuen deutschen Freiwilligen, es sind langsam wirklich viele Deutsche die man hier trifft. Daniel, vergessen woher er kommt, und Tom, auch aus Bremen, und vor einem Jahr noch in meinem chinesisch Parallelkurs.

Jaja wen man hier so alles trifft. Nachdem die ersten Januartage noch recht kalt waren hatten wir hier endlich Glück. Die Sonne schien das ganze Wochenende über und so konnten wir viel Zeit am Strand verbringen. Aber erst mal weiter mit der Fährfahrt. Uahh, war die schauklig. Ich hatte echt ein oder zweimal das Gefühl das ich mich gleich übergeben müsste. Auf der Insel angekommen wurden erst einmal Scooter ausgeliehen, denn Fahrräder kennen die Taiwanesen kaum~~. Selbst die Leute ohne Führerschein durften mal ran, und Helme gab es keine. Sowas ist Verantwortungsbewusst! Zusammengefasst bestanden die Tage meist nur aus Tauchen, leider mit viel zu kleinen Anzügen, am Strand rumgammeln oder mit den Scooter um die Insel fahren, was wirklich sehr entspannend ist. Dazwischen gab es etwas halbherzige ICYE Einheiten für die sich eigentlich sowieso keiner interessierte.

Das ganze wäre auch sehr entspannend zu Ende gegangen, wenn nicht gewisse Personen meinen, sie müssten jetzt unter Alkoholeinfluss und um ein Uhr Nacht unbedingt auf die Scooter steigen. Das Resultat: einer fiel irgendwie von seinem Gefährt, Platzwunde an Kopf und Knie, Krankenhaus. Jaja so kann es gehen.

Und Nein, ich war es nicht :D

Felix

Emails!

•Januar 9, 2009 • Kommentar schreiben

Für alle die mir gerne direkt Fragen stellen wollen : Emails sind unter der Addresse felix@vongaertner.de immer willkommen.

Ein Wochenende in Kaohsiung

•Oktober 6, 2008 • 1 Kommentar

Das letzte Wochenende sollte sich mal etwas anders gestalten als die Fahrten nach Tainan, denn diesmal ging es nach Kaohsiung.

Kaohsiung ist nach Taipei die zweitgrößte Stadt Taiwans und mit seinen rund 1,5 Millionen Einwohnern rund doppelt so groß wie Tainan. Am Freitag Abend ging es vom Hauptbahnhof in Tainan los, wohin mich meine Gasteltern freundlicherweise in ihrem dicken BMW X5 :D kutschiert haben. Dort traf ich mich mit dem Freiwilligen aus Honduras, Alejandro, bei dem wir sonst immer unsere Wochenenden in Tainan verbringen. Nach Kaohsiung fährt rund jede halbe Stunde ein Zug für rund 1.30€, da kann sich die Deutsche Bahn mal was von abgucken, auch wenn eine Stunde Zug fahren im stehen nicht unbedingt angenehm sind.

In Kaohsiung konnten wir freundlicherweise bei der Gastfamilie eines anderen deutschen Zivi übernachten. Namentlich auch Felix. Später kam dann noch Nico, auch ein deutscher Zivi, dazu und nachdem wir unsere Sachen abgeladen haben ging es auf in das Nachtleben von Kaohsiung. Natürlich musste erst einmal eine gesunde Grundlage für den Abend geschaffen werden, also ab zu Subways. Bequem ging es mit der Metro zum zweitgrößten Shopping-Center der Stadt. Dieses ist fast direkt in das neue Stadion integriert welches für die Worldgames 2009 neu gebaut wurde. Doch dann kam der Schock, dieses gigantische Shopping-Center machte schon um 23:00 zu. Was zur Hölle! Daraufhin mussten wir uns leider mit McDonalds begnügen. Vom weiteren Abend will ich jetzt keine Einzelheiten erzählen bis auf dies. Am Eingang des Clubs wurden keine Ausweise kontrolliert, was mir schon sehr suspekt vor kam und natürlich kam dann auch die Polizei Razzia pünktlich um 00:15. Naja, für Ausländer ist dies zwar nie ein Problem, da sich die Polizisten wahrscheinlich zu Faul sind um sich groß mit uns zu beschäftigen. Trotzdem nervig!

Nun am Samstag ging es dann nach ausreichend Schlaf zur Dreammall, dem zweitgrößten und höchsten Shopping-Center in Süd-Ost-Asien. Das höchste nur deshalb, weil es ein Riesenrad auf dem Dach hat. Jetzt fragt ihr euch sicher warum nur beschäftigt sich der Junge nicht ein wenig mit Kultur und Sightseeing? Es war sehr, sehr heiß und die Dreammall hat nun einmal eine Klimaanlage. Die etwas kühleren Tage folgen im Dezember, Januar und ich werde sicher noch öfter nach Kaohsiung kommen. Im Laufe des Tages haben wir noch zwei Amerikaner getroffen und uns für den Abend verabredet. Wofür wohl, ihr dürft raten! Außerdem sind im am dann auch noch zwei andere deutsche Zivis, Max und Mathias, zu uns gestoßen und so wurde es ein lustiger Abend. Übrigens Metro fahren kostet hier nur 30 Cent, zum Vergleich: Straßenbahn in Bremen zieht dir für ein Einzelticket schonmal 2€ aus der Tasche. Ernährt haben wir uns das Wochenende zwar nur von Fastfood, doch da ich unter der Woche nur Taiwanesisch esse ist es eine willkommene Abwechselung.

Nico

Von Photos Taiwan Felix


Max

Von Konfuzius Tempel

Felix

Von Language Camp

Alejandro

Von Language Camp

Mathias

Von Language Camp

Des weiteren habe ich jetzt mit dem Bilder upload bekonnen, aber da das Internet hier ziemlich langsam ist kann es ein wenig dauern bis alle online sind. Album findet ihr rechts in der Spalte!

Der Alltag

•September 30, 2008 • Kommentar schreiben

Ja, ich gebs ja zu, dass der Blog ein wenig eingestaubt ist aber es ist ja nicht so, dass ich nichts zu tun habe. Nur manchmal, aber auch ein energiegeladener junger Mann wie ich muss mal ausspannen.
Ich versuch mal wieder etwas zu schreiben, wenn mein Deutsch nicht zu eingerostet ist. Ein paar Wochen lebe ich jetzt schon bei meiner Gastfamilie und auch meine bei meiner Arbeit gehen die Tage mehr oder minder schnell vorbei. Auch habe ich mittlerweile einen halbwegs geregelten Tagesablauf drin und der sieht etwa so aus:

6:00 – 6:30 Aufstehen, Duschen (Es sei denn ich habe mal wieder zu wenig geschlafen, dann muss das Duschen leider wegfallen. Man muss gewisse Opfer bringen.) 6:30 – 7:10 Frühstücken und CNN schauen(Mein Frühstück steht immer schon vor dem Fernseher bereit ~~) 7:15 geht’s dann mit dem Schulbus ab zur Arbeit. Eine Stunde Fahrt! Gut das es MP3-Player gibt, denn schlafen oder lesen kann man bei der holprigen Fahrt auf keinen Fall. Angekommen bei meiner Arbeit geht die Zeit manchmal mehr, manchmal weniger schnell vorbei, kommt immer drauf an was grade ansteht. Um 3:30 ist dann Schluss und es heißt wieder eine Stunde zurückfahren.

Zuhause angekommen steht schon ein kleiner Snack bereit, denn das Mittagessen bei meiner Arbeit ist nicht grade das Beste. Nach dem Essen werden schnell E-Mails gecheckt und ein wenig über MSN gelabert, und dann ab Sport machen. Manchmal Basketball, ich habe einen Platz etwa 3 Minuten von meinem Haus entfernt, oder, wenn es wie in letzter Zeit mal wieder häufiger regnet normale Fittnessübungen daheim. Ohne Sport würde ich bei dem ganzen Essen hier noch 20 Kilo zunehmen. Letztens habe ich sogar versucht nach rund einem ¾ Jahr wieder einmal eine Runde zu laufen. Nach 4 Kilometern und 30 Minuten konnte ich mich die nächsten 3 Tage mit dem übelsten Muskelkater abquälen! NIE WIEDER! SPORT IST MORD!

Am Abend steht 2-mal in der Woche ein Chinesisch – Englisch Language-Exchange an, und es kommt wahrscheinlich auch noch einmal Chinesisch – Deutsch hinzu, oder einfach entspannen. Jedenfalls Montags bis Freitags, denn am Wochenende geht’s meist nach Tainan, 800.000 Einwohner zusammen mit ein paar Anderen Zivis zu dem Honduraner, dessen Gastfamilie dort wohnt. Ihr werdet euch schon vorstellen können was 17-20 jährige Zivis dort machen. Zum Beispiel das beliebte Spiel „Wer sammelt die meisten Telefonnummern“~ spielen.

Ich hoffe ich kann Morgen weiterschreiben, denn letzten Sonntag gab es hier den stärksten Taifun des Jahres.
CYA Felix

Das Sprachcamp #2

•August 25, 2008 • 1 Kommentar

Donnerstag 6.August

Der Donnerstagmorgen verlief dann etwas anders als gewohnt. Nach dem Chinesisch Unterricht kam zwar wie gewohnt die Wiederholung, aber diesmal in einer etwas anderen Form. Wir mussten mit unseren bescheidenen Chinesischkenntnissen den Weg zum Restaurant erfragen. Nach ein paar Irrwegen sind wir dann angekommen und haben unsere verdiente Belohnung abgeholt. Am Nachmittag ging es weiter zum ICYE-Office, wo das ganze Team und wir zusammen Jiaozi hergestellt haben. Jiaozi sind kleine gefüllte Teigtaschen die kurz in heißem Wasser aufgekocht werden. Währenddessen setzte ein typischer Monsunregen ein. Doch durch Regencapes, die den meisten von uns einige Nummern zu klein waren, wurden wir gerettet. Den Abend rundeten wir mit einer entspannten Runde Fußball im Regen ab. Geil :D

Die restlichen Tage!

Ok, ich werde die restlichen Tage in einem Durchlauf zusammenfassen um euch nicht mit unnötigen Kleinigkeiten zu belästigen. Die nächsten Tage wurden von allerlei netten Sachen geprägt. Zum Beispiel von einem Ausflug zu den örtlichen heißen Quellen und dem Besuch eines Kalligraphie Künstlers, der unsere Namen in einer . . . recht kreativen Weise. ~.~
Die nächste Interessante Sache war ein Barbecue Abend mit allerlei chinesischen Kleinigkeiten wie Schweineohren, Schweineblutpasteten und Stinky Tofu. Hinzu kamen noch diverse TaiChi und Kungfu Stunden.
Den Abschluss bildete eine Culture-Night mit zwei Aboriginetanzgruppen die uns Alttaiwanesische Tänze beigebracht haben und einer Tanzgruppe von einer Mädchen-Highschool aus Tainan. Auch wir Exchangees mussten uns beteiligen, mit einer Magieshow, Tanzvorstellungen und ich mit einem chinesischem Lied. Danach hieß es jedoch Trennung und jeder vorerst seinen eigenen Weg. Doch sollten wir uns bald wiedersehen . . .
Unbedingt anschauen: Unser Video vom ICYE Camp  rechts in der Leiste!

Das Sprachcamp

•August 16, 2008 • Kommentar schreiben

Montag 4.August

Heute ist unser erster offizieller Tag im Sprachcamp von Taiwan.

Geleitet wird das Camp von Chen Hsiuo, der Leiterin vom ICYE-Taiwan und einem Haufen Studenten: Wei Che, Hong Wen, Jen Wie, Ping Yi, Yu Ting, Xi Zhiang, Fu Shi und Yi Yi. Alle sind 20-25 Jahre alt, also ungefähr in unserem Alter, weshalb das ganze auch eine recht lustige Sache ist.
Untergebracht sind wir Zivis in einer Grundschule die gleichzeitig auch Internat ist. Wir männlichen Zivis(Max, Thorben, Nico, Felix, Mathias, Alejandro(Honduras) und ich) zusammen mit Wie Che in einem 8 Bett Zimmer. Leider ist die Klimaanlage schon ziemlich alt und pustet zusätzlich zur kühlen Luft noch eine Unmenge von Bakterien ins Zimmer, so dass man jeden Morgen mit Schnupfen
aufwacht. Die weiblichen Freiwilligen(Caro(Deutschland), Andrea(Bolivien) und Leen(Belgien)) schlafen zusammen mit Jen Wie und Fu Shi in einem 6 Zimmer nebenan, was unfairerweise eine exzellente Klimaanlage. 8[ Unterrichtet wird in den Räumen eines Stadions das ca. 3 min entfernt ist.
Um 8:30 gilt es Aufstehen, Duschen und Frühstücken und dann ab zum Unterricht, denn er fängt schon um 9:15 an! Wahaa, unglaublich anstrengend, wenn man die letzten Wochen immer bis Mittag geschlafen hat. Danach gibt es auch schon die erste Stunde chinesisch Unterricht. Unsere Lehrerin, Wang Lin ist 25 und sieht recht gut aus ; ). Der Unterricht ist für mich nicht gerade eine Herausforderung, da ich ja schon 3 Jahre Chinesisch hatte. Aber Wang Lin hat den Unterricht schön spritzig und witzig gestaltet und an seiner Aussprache könnte man als Deutscher auch nach 10 Jahren noch feilen.
Um 12:30 wird dann Mittag gegessen. Hier werden uns allerlei verschiedene Sachen aufgetischt, damit wir nach dem Camp so ungefähr wissen was wir mögen und alles schon mal getestet haben. Am Nachmittag folgten dann nochmals eine Einheit Chinesisch und eine kleine Einweihungsparty.

Dienstag 5.August

Der Dienstagvormittag verlief dann genauso wie der am Montag. Erst eine Lektion Chinesisch und dann die Wiederholung in spielerischer Form, zum Beispiel mit Kartenspielen, um die Nummern zu lernen, oder Pantomime zum Lernen der Körperteile. Am Abend gab es dann Zeit zum ausspannen, um das gelernte zu verarbeiten und für eine Runde Poker mit unseren ICYE Bills. Dies ist das Geld, was wir während des Unterrichts und im Laufe des Tages verdienen können. Am Ende wird es dann ein paar Events geben um dieses Geld auszugeben.

Mittwoch 6.August

Am Mittwoch gab es nach dem üblichen Chinesisch Unterricht eine Vorstellung von Alejandros Gastland Honduras einen kleinen Film über eine Tradition in Taiwan, der Ahnenverehrung. Der Film, ein Teil einer Serie im Comic-Stil war natürlich in Chinesisch, aber wir haben es nach langem hin und her geschafft englische Untertitel anzuschalten. Zwar war er ein wenig kindisch, aber lustig und ich hab gemerkt, dass es mir doch sehr schwer fällt auch nur ein Wort Chinesisch zu verstehen wenn sich das Sprachtempo auch nur ein wenig erhöht. Dazu will gesagt sein, dass die chinesischen Studenten diese Art von Film lieben. Sie sagen dazu „Hen KeAi“ = Süss! Besonders die Mädchen sind auf diesem Trip. Wer schon einmal von „Hello Kitty“ gehört hat wird verstehen was ich meine.
Der Nachmittag wurde spannend, denn wir kamen zum ersten Mal unsere Gastfamilien und Projektleiter zu Gesicht. Platziert bin ich im St.Theresa Opportunity Center in Tainan County. Dieses Projekt nimmt Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistigen oder körperlichen Behinderungen auf und unterrichtet sie. Ich werde mir aussuchen können in welcher der drei Abteilungen ich arbeite, nachdem ich mir alle einmal angesehen habe. Meine Projektleiterin heißt mit chinesischem Namen Mei Hua und mit englischem Charity. Sie und das Projekt haben schon Erfahrungen mit ausländischen Freiwilligen gemacht. Seit gut 20 Jahren kommen hierher Freiwillige von überall aus der Welt, und gerade letztes Jahr war schon ein Deutscher hier. Ich denke, dass ich dort sehr gut aufgehoben bin. Anfangen werde ich gegen Ende August.
Meine Gastfamilie Wang besteht aus vier Personen. Mein Gastvater, Chin-Wang arbeitet als Angestellter bei einer Bank und konnte deshalb am Nachmittag nicht kommen, und auch mein jüngerer Gastbruder, 17, war verhindert. Gekommen sind mein älterer Gastbruder und meine Gastmutter. Mein älterer Gastbruder, Ting-Wen, hat nachdem er die Highschool abgeschlossen hat Geographie studiert, muss aber leider jetzt für 11 Monate zur Armee. Er ist zwar 22, war aber noch nie in einem Club! Ein ziemlich krasser Unterschied zu Deutschland wo man schon ab 15 oder noch früher feiern geht. Hier wird das Hauptaugenmerk auf die schulische Ausbildung gelegt und die Kinder müssen nicht selten jeden Nachmittag zur Nachmittagsschule. Auch mein jüngerer Gastbruder muss dieses Jahr ganz schön rackern, denn es ist sein letztes Jahr auf der Highschool.

Einmal Rund Um Taiwan

•August 16, 2008 • Kommentar schreiben

Nach ein paar Tagen Akklimatisierung an die rund 30 Grad und 90% Luftfeuchtigkeit beschlossen wir in der uns noch verbleibenden Zeit eine Rundreise um die Insel zu machen. Warum hatten wir soviel Zeit? Vom BAZ wurde uns vorgeschrieben direkt nach dem Vorbereitungsseminar auszureisen, wobei die Freiwilligen aus den anderen Ländern erst in zwei Wochen kommen würden und deshalb das gemeinsame Sprachcamp auch erst am 3. August losgeht. Es sollen noch zwei Amerikaner, eine Belgierin, eine Bolivierin, ein Honduraner und zwei Deutsche, welche FSJ machen, nach Taiwan kommen.
Es sollte eine rund zehntägige Tour werden. Erst in den Osten nach Taitung und auf die kleine Insel Ludao, auch Orchideen-Insel genannt, dann weiter nach Norden nach Reisuai zum Raften (auf Schlauchbooten einen reißenden Strom hinunter fahren) und in die Taroko-Schlucht, als finales Ziel ist dann Taipei vorgesehen. Frohen Mutes sind wir dann zum Bahnhof gezogen und haben uns Tickets für 15 Tage gekauft und dann ab in den Zug. In Taitung gab es dann auch schon die erste Überraschung und nicht unbedingt eine Gute. Der zweite Taifun in zwei Tagen bahnte sich an und falls wir nach Ludao hätten übersetzen wollen wären wir erst in drei Tagen zurückgekommen. Also ging es wieder zurück in den Zug und weiter nach Reisuai. Hier dachte man das ganze Dorf unter steckt unter einer Decke: Kaum waren wir angekommen wurden wir in ein so genanntes Hotel gezogen. Jedoch schienen wir die einzigen Gäste, das Zimmer das wir bekamen war zwar günstig, aber bestand nur aus Holzfußboden mit einem Haufen Matten und einem Fernseher. Desweiteren mussten wir das Bad mit Schaben und Geckos teilen. Naja, uns sollte es genügen. Die Frau fragte uns was wir machen wollten und wir versuchten ihr klar zu machen, dass wir eigentlich zum Raften gekommen sind, wohlgemerkt sprachen nur ich, ein wenig und Nico, ein Zivi aus Bayern, ein wenig mehr, Chinesisch. Doch sind wir ganz gut rumgekommen. Nach dem Gespräch ging es ab in die Stadt um etwas zu essen zu suchen, bei einem Blick zurück sah man die alte Frau aufgeregt telefonieren. Ein paar Straßen weiter wurden wir auch schon von einem vier fingerigen Taxifahrer angehalten der uns eine Raftingtour andrehen wollte. Mit einem Dolmetscher am anderen Ende des Handys willigten wir, nach anfänglichem Misstrauen, schließlich ein uns das Unternehmen anzusehen. Nach ein paar Minuten Fahrt erreichten wir dann schon das Unternehmen und wir wurden sofort von den Lifeguards zum Essen eingeladen. Tatsächlich schien alles sehr gut in Schuss. Nachdem wir 1000 Taiwan Dollar für die Versicherung gezahlt und den nächsten Morgen als Starttermin vereinbart hatten setzte der Taxifahrer, welcher sich übrigens als Chef des Raftingunternehmen herausstellte, uns vor einem Restaurant ab, wo er uns empfahl zu essen. Wenn das mal keine gut laufende Routine ist. Doch wie es kommen sollte besuchte uns der Taxifahrer am späten Abend, er wusste genau wo wir wohnten, und sagte, dass das Rafting aufgrund des Taifuns nicht stattfinden konnte. Die 1000 Taiwan Dollar gab er anstandslos zurück. Nach einer ungemütlichen Nacht ging es erstmal nach Taipei. Hier fanden wir ein gemütliches kleines Hotel, was auch noch günstiger war als das Zimmer vom Vorabend. Nach dem Besuch des sehr schönen Long-Shan Tempels sollte es dann aufs augenblicklich höchste Gebäude der Welt gehen: der Taipei 101. Doch auch hier versperrte uns der Taifun den Zutritt, VERDAMMT! Nach zwei regnerischen, aber gemütlichen Tagen in Taipei versuchten wir es noch einmal beim Raften. Diesmal legten wir einen Zwischenstopp bei der Taroko-Schlucht ein. Hier waren zwar alle Wanderwege gesperrt, dennoch gelang es uns ein ganzes Stück weit in die Schlucht vorzustoßen. Wieder in Reisuai erfuhren wir, dass wir immer noch nicht Raften konnten, denn der Taifun hatte das Flussbett zu weit anschwellen lassen. Also beschlossen wir den Nachtzug zurück nach Taipei zu nehmen. Hier ließen wir dann die Reise ausklingen, mit einem Besuch des Taipei 101, der uns nun doch möglich war, und einem Abend in einem Club Taipeis. Erschöpft, aber nicht völlig enttäuscht kamen wir dann am Donnerstag dem 31. August in Tainan an. Schlussendlich kann man sagen, dass ein wenig Vorbereitung gut getan hätte, aber man sich nicht von widrigen Umständen abschrecken sollte. Denn mit Mut und Willenskraft kommt man selbst in einem Land weiter in dem man sich nur schwer verständigen kann.
Am darauffolgenden Abend haben wir dann noch Thorbens 20. Geburtstag nach guter deutscher Art mit viel Bier gefeiert.
Nun erwarten wir alle sehnlichst das Sprachcamp und die anderen Freiwilligen, es sollten noch zwei aus Deutschland, einer aus Honduras, eine aus Bolivien, eine aus Belgien und eine Amerikanerin kommen. Dazu soll ich am Mittwoch meine Gastfamilie kennenlernen, die mich besuchen kommt. Also erwarten mich noch zwei weitere spannende Wochen bevor ich endlich mit meiner Arbeit anfangen kann.

Hallo Taiwan!

•August 2, 2008 • Kommentar schreiben

Hallo!

Nach 10 recht interessanten Tagen im Vorbereitungsseminar in Neu-Anspach, bin ich endlich in Taiwan angekommen.

Als wir, vier andere Zivildienstleistende und ich, am Flughafen von Kaohsiung um 11:20 ankamen wurden wir auch schon erwartet. Der Fahrer sprach zwar nur Chinesisch aber man konnte sich mit Händen und Füßen ein wenig verständigen, auch schien alles straff organisiert.

Die Fahrt von Kaohsiung, der zweitgrößten Stadt Taiwans, nach Tainan dauerte nur 50 Minuten. Aber schon hier machten wir einige interessante Erfahrungen mit dem Verkehr in Taiwan. Es wird links wie rechts überholt und alles fährt kreuz und quer durcheinander. Aber es scheint zu funktionieren. Auch fallen einem sofort die Massen an Mopeds auf, denn in Taiwan geht keiner zu Fuß und nur selten wird Fahrrad gefahren, selbst die Strecken von 100 Metern zum nächsten 7/11, einem großen Kiosk der 24 Stunden am Tag offen hat und alle gefühlten 200 Meter auftaucht, wird motorisiert hinter sich gebracht. In Tainan angekommen, hier wohnt übrigens meine Gastfamilie, werden wir auch schon von Chen Hsiu begrüßt, der Chefin der freiwilligen Abteilung in Taiwan. Sie ist supernett! Wir wurden direkt über dem Büro des ICYE, international cultural youth exchange, untergebracht. Dies stellte sich als kleines fünf Raum Apartment raus. Aber es war genug für uns fünf und sogar der Kühlschrank war schon gefüllt. Dann ging es erstmal ans Formulare ausfüllen und Photo machen, denn wir mussten unser Visa noch umwandeln. Direkt danach haben wir auch schon unsere chinesischen Namen erhalten. Meinen spricht man in etwas so aus: Pey Li, was sich ein wenig wie Felix anhört. Die Zeichen liefer ich nach, sobald ich die richtige Software zum schreiben dieser gefunden habe.

Die nächsten Tage verbrachen Nico, Max, Thorben, Mathias und ich damit Tainan zu erkunden und unseren Gaumen auf Probe zu stellen. Erst einmal muss gesagt sein, dass es in Läden fasst nur gesüßte Speisen zu essen gibt. Die Begründung: Etwas nicht chemisch Gesüßtes kann man ja auch zu Hause herstellen. Wir sind zwar ein wenig durch die Gegend gezogen, konnten aber nichts Einladendes finden und so haben wir uns schließlich mit McDonalds zufrieden gestellt, was hier übrigens nur die Hälfte kostet. Auf dem Rückweg bekamen wir dann Fußgängerunfreundlichkeit der Stadt zu spüren, auf den Straßen brausen Motorroller und Autos an einem vorbei und auf den Fußwegen parken sie dann, wenn man von Fußwegen sprechen kann, auch gibt es keine Ampeln für Fußgänger, so dass man den Verkehr erst eine Minute studieren muss bevor man die Straße überqueren will. Schlussendlich sind wir aber doch noch angekommen und haben uns unseren verdienten Schlaf nach einem 13 stündigem Flug und einem langen Tag abgeholt.